Landesverband Prostatakrebs Selbsthilfe NRW e.V.

Hide
Show
 Kategorien : Diagnose Forschung Studien

 

Eine interessante Arbeit von Gerhauser, Schlomm et al ist in “Cancer Cell” Volume 34, ISSUE 6, P996-1011.e8, December 10, 2018 erschienen. Danachk kann die Identifizierung der frühesten somatischen Veränderungen bei Prostatakrebs unter Umständen wichtige Erkenntnisse über die Tumorentwicklung liefern und bei der Risikostratifizierung helfen.

Es wurden Analysen des gesamten Genoms, des Transkriptoms und des Methyloms von Prostatakrebs im Frühstadium integriert (Diagnose ≤55 Jahre). Die Charakterisierung über 292 Prostatakrebsgenome hinweg zeigte altersbedingte Genomveränderungen und einen uhrähnlichen, enzymatisch gesteuerten Mutationsprozess, der zu den frühesten Mutationen bei Prostatakrebspatienten beiträgt. Diese integrative Analyse identifizierte vier molekulare Untergruppen, einschließlich einer besonders aggressiven Untergruppe mit wiederkehrenden Duplikationen, die mit einer erhöhten Expression von ESRP1 einhergingen, die in 12.000 Gewebe-Microarray-Tumoren validiert wurden. Schließlich wurden die Muster des molekularen Vorkommens und der risikobasierten Untergruppeninformationen miteinander kombiniert, um die molekularen und klinischen Abläufe von Prostatakrebs aus einzelnen Patientenproben zu entschlüsseln.

Das neue Papier von Gerhauser et al. In der Zeitschrift Cancer Cell (siehe auch eine unterstützende Mitteilung über die Ergebnisse auf der Website von Science Daily) wird berichtet, dass das deutsche Forscherteam zunächst eine detaillierte Analyse der Daten von 292 Prostatakrebsgenomen durchführte, um eine Reihe von „altersbedingten Genomen“ zu identifizieren Veränderungen und ein uhrähnlicher enzymatischer Mutationsprozess “, die zu den frühesten Mutationen bei Prostatakrebspatienten 

  • Die Bewertung der Mutationen, die auftreten müssen, erfolgt zuerst, um den Prozess der Umwandlung von Prostatazellen in Krebszellen einzuleiten
  • Besseres Verständnis der konsequenten Reihenfolge, in der zusätzliche genetische Mutationen im Laufe der Zeit stattfinden müssen, damit sich verschiedene Arten von Prostatakrebs entwickeln können
  • Identifizierung von vier molekularen Subtypen von Prostatakrebs, die mit unterschiedlichen Raten fortschreiten (und die voraussichtlich  auf unterschiedliche Weise angegangen werden müssen)

Das Forschungsteam nutzte diese Ergebnisse, um ein anspruchsvolles, computergestütztes Modell zu entwickeln, das den wahrscheinlichen Verlauf der Erkrankung bei einzelnen Patienten vorhersagen kann. Eine “grafische Zusammenfassung” des Prognosesystems ist hier verfügbar.

Die Charité Berlin  ist derzeit damit beschäftigt, dieses  Computermodell in den Behandlungsprozess zu integrieren. Dadurch können Kliniker die Erfolgswahrscheinlichkeit einer bestimmten Behandlung modellieren. Man rechnet damit, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis diese algorithmische Methode zur klinischen Routine wird.
Es bleiben etliche Fragen offen, wie z.B.
Wie genau sind die Prognosen, die mit diesem System (und anderen ähnlichen Systemen in der Zukunft) gemacht werden können?
Wie hoh  die Kosten, die mit der Verwendung solcher Systeme verbunden sind, und können wir es uns tatsächlich leisten, solche Systeme in der täglichen Praxis der Patientenbetreuung einzusetzen?

Originaltitel der Arbeit:
“Molecular Evolution of Early-Onset Prostate Cancer Identifies Molecular Risk Markers and Clinical Trajectories” by Clarissa Gerhausr, Francesco Favero, Thomas Risch, Thorsten Schlomm, Joachim Weischenfeldt et al. , Veröffentlicht am 10.12.18 in Cancer Cell
https://www.cell.com/cancer-cell/fulltext/S1535-6108(18)30482-3

siehe auch “Computer modeling, genomics, and prostate cancer prognosis”

Please follow and like us:
Facebook
Facebook

Wenn Sie diese Seite mögen teilen Sie sie mit Ihren Freunden mit

 Beitrag vom : 31. January 2019