Landesverband Prostatakrebs Selbsthilfe NRW e.V.

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 Kategorien : Operation Strahlentherapie extern

 

James B. Yu, MD, MHSDaniel Hamstra, MD, PhD (Beratungsverträge mit Augmenix, Hersteller des  SpaceOAR Hydrogel)  vertreten in einem Artikel im Oncology Journal die  Ansicht, daß die bevorzugte Behandlungsoption für das lokal begrenzte Prostatakrebs im Jahr 2017 die moderne Strahlentherapie ist.

Hier ist der Artikel in dt. Übersetzung:

“Seit Jahrzehnten ist die Organschonung ein überaus wichtiges Paradigma der Strahlentherapie.

Moderne Strahlentherapie gegen Chirurgie

  • Studien haben gezeigt, dass die moderne Strahlentherapie in Bezug auf Harn- und Geschlechtsfunktionen viel besser ist als eine Operation
  • Während die Darmtoxizität nach der Strahlentherapie in der Vergangenheit mäßig schlechter war, kann dieser Funktionsrückgang nun weitgehend durch moderne Strahlentherapietechniken wie Bildführung und mögliche zusätzliche Rektumabstandshalter gemildert werden.
  • Die Lebensqualität nach einer Strahlentherapie hat sich im Zuge radiotherapeutischer Verfahren weiter verbessert, während die Prostataoperation – trotz der Verfügbarkeit neuer Techniken wie der laparoskopischen oder robotergestützten radikalen Prostatektomie -weitgehend unverändert hinsichtlich der Lebensqualität bleibt.

Die Bewertung der Lebensqualität umfasst nach einer Prostatakrebsbehandlung drei Hauptbereiche:

-die Harnfunktion,

-die Sexualfunktion

-und die Darmfunktion.

Ältere Studien, in denen die Lebensqualität nach einer Operation mit einer Strahlentherapie verglichen wurde, waren schwierig zu interpretieren, da ältere Bestrahlungstechniken verwendet wurden.. Patienten, die sich einer radikalen Prostatektomie unterziehen, sind in der Regel jünger und haben insgesamt eine bessere körperlichen Funktion.

Die schnellen Veränderungen in der Strahlungstechnologie machen es schwierig, Ergebnisse von 2010 zu bewerten.

Mehrere große und moderne Kohortenstudien haben die Lebensqualität nach Prostatakrebs-gesteuerter Therapie beurteilt. Die CEASAR-Studie untersuchte 2550 Männer, bei denen in den Jahren 2011 und 2012 Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Bei Männern, die eine radikale Prostatektomie erhielten, war der Rückgang der von Patienten gemeldeten Harn- und Geschlechtsfunktionen stärker ausgeprägt als externer Strahlentherapie. Bemerkenswerterweise unterzogen sich 77% der operativ behandelten Männer in dieser Studie einer Roboteroperation, die weitgehend dem heutigen Behandlungsstandard entspricht. Die Studie ergab, dass Patienten mit radikaler Prostatektomie eine fast dreifache Zunahme moderater oder schwerer Probleme mit Inkontinenz im Vergleich zu denen hatten, die eine Strahlentherapie erhielten (14% vs. 5%; Odds Ratio [OR], 4,5; 95% CI, 2,7 -7.3).

Trotz besserer allgemeiner Funktionen wiesen mehr Männer nach radikaler Prostatektomie eine erektile Dysfunktion im Vergleich zu denen auf, die mit externer Strahlentherapie behandelt wurden. (44% gegenüber 28%; P <0,001).

43% der Männer mit einer radikalen Prostatektomie (im Durchschnitt 6 Jahre jünger und 53% der Männer mit Strahlentherapie berichteten über eine erhaltene Erektionsfähigkeit. Patienten mit einer Strahlentherapie, gaben an, dass die sexuelle Funktion im Laufe der Zeit besser wurde oder gleich blieb. Bezüglich der Darmfunktion gab es ähnliche Ergebnisse von Darmstörungen, blutigem Stuhl und Darmdrang bei beiden Behandlungsformen.

Die Studien CEASAR und Chen et al zeigen, dass “Harninkontinenz und sexuelle Dysfunktion“ nach der Operation zunehmen.

Aus der britischen ProtecT-Studie geht hervor, dass selbst Patienten , die mit der (älteren) Strahlentechnologie behandelt wurden besser abschnitten. Männer, die eine Prostatektomie erhielten, trugen häufiger Inkontinenzeinlagen (17%) als Patienten, die mit einer Strahlentherapie behandelt wurden (4%). Darüber hinaus hatten Männer, die sich einer Strahlentherapie unterziehen mussten (trotz 6-monatiger Androgenentzugstherapie), eine bessere langfristige sexuelle Funktionsfähigkeit als Männer, die sich einer Operation unterzogen.

Wie diese Studien zeigen, sind Darmprobleme in der Regel das größte Problem der Strahlentherapie bezüglich Lebensqualität. Doch jüngste Innovationen haben die Darmbeeinträchtigungen nach einer Strahlentherapie erheblich verbessert.

Ein anderes Argument, das oft gegen Strahlentherapie erhoben wird, ist die Behandlungsdauer, die oft 8 Wochen oder sogar länger betrug. Doch in mehreren Phase-III-Studien zeigte sich auch, dass Behandlungszyklen von 7 bis 28 Sitzungen ausreichend wären.

Zusammenfassend ist die moderne Strahlentherapie in Bezug auf Lebensqualität der Patienten überlegen.

Die jüngsten Vergleiche von Strahlentherapiepatienten berichten über bessere Urin- und Sexualfunktionen. Möglich machen das moderne Innovationen in der hypofraktionierten und stereotaktischen Bestrahlung, Entwicklungen wie der Hydrogel-Spacer, Bildführung und Radiofrequenz-Tracking. Innovationen in der Prostata-Chirurgie haben die Lebensqualität der Patienten hingegen nicht signifikant verbessert.

Daher ist die bevorzugte Behandlungsoption für Prostatakrebs im Jahr 2017 zweifellos die moderne Strahlentherapie.”

Wenngleich wir uns diese Ansicht nicht unbedingt zu eigen machen, scheint uns der Artikel geeignet die Diskussion über dieses Thema anzustossen und vielleicht auch Therapieentscheidungen zu beeinflussen.

Quelle: Originalartikel https://goo.gl/He6PGg

Quelle Fotos: youtube, moniquewüstenhagen

 

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